Liebe Eltern, liebe Leser
Wir bitten euch um Verständnis für die verspäteten Berichte und Fotos, das Netz bei uns oben ist nicht sehr zuverlässig. Wir geben aber weiterhin unser Bestes und ihr könnt euch darauf verlassen, dass es hier allen tip top geht 🙂
Heute Morgen mussten wir klar Schiff machen, denn nach einer Woche auf See sah es in unseren Kojen schon so aus, als wäre ein Seesturm hindurchgefegt. Wir hatten unseren Putz gerade beendet, als plötzlich ein fremdes Piratenschiff steuerbord auftauchte. Die gegnerische Crew steuerte ihr Schiff ganz nahe an unseres heran und sprang über die Reling auf unser Deck. Wir fanden dieses Verhalten etwas befremdlich, denn obwohl die andere Crew friedlich zu sein schien, konnten wir uns doch nicht sicher sein, ob sie uns tatsächlich wohlgesinnt war. Also veranstalteten wir einen Postenlauf, bei welchem die fremde Mannschaft sich als echte Piraten-Crew beweisen musste. Dieser Postenlauf fand allerdings erst nach einem ausgiebigen Mittagessen statt – mit leerem Magen lässt es sich doch so schlecht arbeiten. Die Posten wurden in Gruppen absolviert. Dabei wurde unter anderem die Geschicklichkeit, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit, die Kreativität und der Teamgeist auf die Probe gestellt. Unser finaler Eindruck: Das ist eine vertrauenswürdige, kompetente Piraten-Crew! Zum Abschluss dieses unterhaltsamen und lustigen Nachmittags gab es Kuchen für alle und natürlich sangen wir unseren neuen Bekannten unsere Piratenhymne vor. Schliesslich verabschiedete sich die andere Crew und segelte von dannen.
Wir folgten indessen stetig unserem Kurs. Dieser führte uns auf die hohe See, wo der Wellengang hoch und der Wind kräftig ist. So war es nicht weiter verwunderlich, dass wir nach ein paar Minuten klitschnass waren. Doch anstatt uns davon entmutigen zu lassen, veranstalteten wir kurzerhand Wasserspiele. Dabei traten sechs Gruppen in drei Spielen gegeneinander an. Bei den Spielen handelte es sich um ein Wasser-Völkerball, eine Stafette und ein Geschicklichkeitsspiel, bei welchem Wasser transportiert werden musste, ohne es zu verschütten. Und da Piraten übermütig sind, artete das Ganze in eine riesige Wasserschlacht aus.
Später am Abend hatten sich Wind und Wasser beruhigt und es wurde ruhig. Doch es war keine normale Ruhe, sondern eine Stille, die Gefahr ankündete. Und nach dem Abendessen sahen wir auch, was das für eine Gefahr war: ein Riesenkrake, der unter unserem Schiff lauerte. Um ihn ja nicht auf uns aufmerksam zu machen, mussten wir den ganzen Abend lang still sein – der perfekte Anlass für unser PC-Game. Dabei sind diverse Posten im Haus verteilt und die in Gruppen unterteilten Kinder können diese frei besuchen. Einzige Bedingung: kein Wort darf gesprochen werden! Allerdings sind Polizisten unterwegs, welche die Kinder zum Sprechen bringen wollen, also aufgepasst! An den Posten finden die Kinder eine Aufgabe vor, die sie lösen müssen, natürlich ebenfalls ohne zu sprechen. Gewonnen hat jene Gruppe, welche als erstes alle Posten gelöst hat. Auch wenn einige der Kinder sich sehr schwer damit taten, einen ganzen Abend kein Wort sagen zu dürfen, erfüllte das Spiel seinen Zweck: Der Krake hatte uns nicht bemerkt und war weitergeschwommen. So konnten wir beruhigt zu Bett gehen.